Das Besondere dieser Rasse sind u. a. die Gangarten:

Man unterscheidet zwischen„three-gaited“ und „five-gaited“ Saddlebreds. Ein „three-gaited“ Saddlebred beherrscht Schritt, Trab und Galopp.

Ein „five-gaited“ Saddlebred beherrscht zusätzlichden „slow gait“= langsamer Tölt und den „Rack“ = schneller Tölt.

1. Walk = Schritt

Der Walk ist ein Viertakt. Die Fußfolge des Walks ist entweder: links hinten, links vorne, rechts hinten, rechts vorne oder rechts hinten, rechts vorne, links hinten, links vorne. In Pleasure Prüfungen wird er flat-footed oder flat walk genannt. In anderen Prüfungen (Park, Show) wird allerdings meist ein schwungvollerer Walk gezeigt – eigentlich gar kein Walk mehr im engeren Sinne. Der schwungvolle Walk ist eigentlich ein diagonaler Zweitakt mit der gleichen Schrittfolge wie der Trot. Er wird auch primp- oder bounce walk genannt. Laut der American Horse Shows Association ist dieser lebhaftere Walk eine „hochversammelte Gangart, die viel Verve in einem langsamen, regulierten Tempo zeigt, gepaart mit viel Aktion und Temperament“.

2. Trot = Trab

Der Trot ist ein Zweitakt, die Fußfolge ist diagonal. Das bedeutet, daß jeweils das rechte hintere Bein und das vordere linke Bein gemeinsam abfußen und umgekehrt. Abhängig von der Reitweise wird entweder ausgesessen oder leichtgetrabt. Letzteres sollte auf dem richtigen Fuß geschehen, und zwar dem äußeren. Im Amerikanischen gibt es einen Reim, um sich den richtigen Fuß zu merken: „rise and fall with the leg to the wall“ „Auf und ab mit dem Bein an der Wand“, das heißt, daß auf dem äußeren Vorderbein leicht-getrabt wird (wenn dieses Bein nach vorne geht, steht man also auf). Das Leichttraben auf dem richtigen Fuß erleichtert es dem Pferd, in einer Wendung seine Balance zu halten. Das äußere Bein muß nämlich in Wendungen einen weiteren Weg zurücklegen. Es ist leichter für das Pferd, sich auszubalancieren, wenn der Reiter in dem Moment aus dem Sattel ist, in dem der innere Hinterfuß und der äußere Vorderfuß nach vorne gehen. Auch beim längeren Geradeausreiten ist es üblich, die Pferde auf beiden Füßen zu traben, denn nur so werden die Muskeln gleichmäßig trainiert.

3. Slow Gait = “langsamer Tölt”

Der Slow Gait ist ein unterbrochener Viertakt. Die Fußfolge ist die gleiche wie beim Walk.Jeder einzelne Huf verharrt nach dem Anheben kurz in der Luft. Der Slow Gait ist verhalten und wird mit hoher Versammlung und starker Hinterhandaktion ausgeführt.Die Hinterbeine treten weit unter den Schwerpunkt und die Vorhand ist aufgerichtet.

4. Rack = “schneller Tölt”

Der Rack ist ein Viertakt mit der gleichen Fußfolge wie der Walk. Man könnte ihn eine schnellere Version des Slow Gait nennen, bei dem das Pferd in kurzen, gleichmäßigen Abständen abfußt. Je schneller ein Pferd in der geforderten Manier tölten kann, desto besser. Reine Schnelligkeit ohne die nötige Form ist unakzeptabel.Der Rack wird vom Slow Gait aus entwickelt und sollte temperamentvoll, gleichmäßig und mühelos sein.

5. Canter = Galopp

Der Canter ist ein Dreitakt. Das erste Bein in der Fußfolge ist das äußere Hinterbein. Das bringt das Pferd auf die richtige Hand, was bedeutet, daß der letze Schritt mit dem linken inneren Vorderbein gemacht wird. Durch das Reiten auf der richtigen Hand kann sich das Pferd ausbalancieren und sich in Wendungen um das richtige Bein drehen. Die Fußfolge auf der linken Hand (letzter Schritt = linkes Vorderbein) sind rechts hinten, links hinten/rechts vorne zusammen, und links vorne. Für die rechte Hand bedeutet das entsprechend: links hinten, rechts hinten/links vorne zusammen, und rechts vorne.Es kommt manchmal vor, daß ein Pferd irrtümlich Kreuzgalopp geht, das bedeutet es cantert auf Vor- und Hinterhand auf zwei verschiedenen Händen. Der Grund dafür ist meist, daß das Pferd angespannt ist oder ungenügend ausbalanciert. In solchen Fällen pariert der Reiter durch und galoppiert noch einmal neu an.In einer Show wird meist aus dem Schritt oder dem Halten angaloppiert. Es ist nicht akzeptabel, das Pferd aus dem Trab in den Galopp „hineinrennen“ zu lassen. Saddlebreds haben einen „Schaukelpferdgalopp“, der eine angenehme auf- und ab Bewegung ist. Von einem korrekt canternden Saddlebred wird behauptet, daß es im Schatten eines Baumes den ganzen Tag cantern kann.